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Ein Job wie jeder andere

    Autorin: Ana //

    Als Hure betrügt man nicht, denn man verkauft nur seine Dienstleistung- die Ware die jeder will.
    Seinen eigenen Körper.
    Männer wollen mich.
    Freier wollen meinen Körper.
    Freier wollen nur ficken.
    Und das ist okay.
    Denn es ist nur ein Job.
    Es ist mein Job mich demütigen zu lassen, mich schlagen zu lassen, fremde Arschlöcher zu lecken und mich begrapschen zu lassen.
    Der Schwanz muss tiefer rein.
    Am besten so, dass ich keine Luft mehr bekomme.
    Denn wenn ich keine Luft mehr bekomme, herrscht für einen Moment Stille.
    Die Verbindung zu mir, meinem Körper und dem was gerade passiert, ist verloren.
    Ich hänge zwischen stöhnen und dissoziieren fest während er mich von hinten fickt.
    Immer wenn ich gerade sicher in mir selbst bin und weit weg von seiner Wohnung, fällt mir auf dass ich nicht mehr stöhne und er merken könnte, dass etwas nicht stimmt, dass es mir vielleicht sogar keinen Spaß macht.
    Aber es macht mir ja Spaß.
    Es ist ja mein Job.
    Aber sobald ich wieder stöhne, reißt mich das aus der Dissoziation.
    Ein Teufelskreis.
    Ich fühle seine Schweißtropfen auf meinen Rücken regnen.
    In meinem Kopf bin ich an einem schönen Ort.
    Vielleicht im Wald oder am Meer.
    ‚sicherer Ort‘ haben sie das damals in der Psychiatrie genannt.
    In Ausnahmesituationen greift man nach jedem Strohhalm.
    Auch wenn ich Therapie für Humbuk halte.
    Aber ich will überall, nur nicht in seinem schmierigen Bett, mit seinem schmierigen Schwanz in mir sein.
    Langsam fange ich an die Minuten zu zählen, wie viele Schweißperlen wohl in der Minute von ihm auf mich tropfen?
    Ich will nach Hause in mein Bett.
    Unter meine Dusche und seinen Dreck von mir waschen.
    Er zieht seinen Schwanz aus mir und spritzt mir auf den Rücken.
    Sein ekelhaft, warmes Sperma läuft an mir runter und ich bete zu Gott, dass er nicht meine Haare getroffen hat.
    Ich frag ihn was mit dem Kondom passiert ist und er sagt es sei gerissen.
    Macht ja auch keinen Unterschied mehr.
    Mein Körper ist eh nicht mehr wert als der nächste Freier will.
    Er geht unter die Dusche und ich wünsche mir, dass er sich in der Dusche das Genick bricht.
    Vor meinem Innerenauge sehe ich seine Knochen brechen, während ich darauf warte auch duschen zu dürfen.
    Immerhin kann ich jetzt sein Sperma von mir waschen.
    Sein letzter Satz zu mir bevor ich gehe „So viel Lust kann ein Mensch gar nicht vortäuschen, ich mag dich wirklich sehr“.
    Im Zug fang ich wieder an zu dissoziieren- zum Glück stört mich diesmal niemand.
    Ein Job wie jeder andere.

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